Frage: Welche Rollenspiele bauen auf vorgefertigte Stories?

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Beim trägen Durchblättern verschiedener Internetforen und Blogs am Sonntag Nachmittag ist mir aufgefallen, dass viele Diskussionen zum Thema Story und Rollenspiel vom großen Übel der vorgefertigten Story ausgehen. Nun frage ich mach aber, welche Rollenspiele denn tatsächlich darauf ausgelegt sind, dass der Spielleiter eine Story im Vorfeld entwirft und dann im Spiel umsetzt.

Gerade die dafür oft zur Rechenschaft gezogenen „Story Games“ und „narrativistischen“ Spiele haben, so weit ich mich erinnern kann, keine Unterstützung für einen solchen Spielstil übrig. Im Gegenteil die Regelmechanismen und Spielleitertexte setzen eigentlich immer voraus, dass der Spielleiter keine vorgefertigte Story besitzt. In manchen Fällen wird ihm sogar davon abgeraten das Spiel so zu leiten, dass am Ende das herauskommt was ihm zusagt.

Warum also der so häufige Sprung von „Story im Rollenspiel“ zu „vorbereitete Story durchboxen“? Gibt es denn tatsächlich Rollenspiele, die genau das propagieren? Rollenspiele, die vom Spielleiter verlangen sich eine Story auszudenken und diese dann beim Spielen durchzuziehen?

Was ich von DSA weiß – und das ist zugegebenermaßen nicht sonderlich viel – wird das diesem Spiel oft angelastet. Ist dieser Vorwurf begründet? Aber was viel interessanter ist, gibt es außer DSA noch andere Spiele, die diesen Pfad einschlagen?

Zumindest in meiner Spielesammlung finde ich da kaum etwas, dass diesen Kriterien entspricht. Aber davon sollte man vermutlich nichts ableiten.

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13 responses to “Frage: Welche Rollenspiele bauen auf vorgefertigte Stories?”

  1. Georgios says :

    Antworten auf diese Frage können hier oder im RSP-Blogs Forum gegeben werden.

  2. Jan says :

    Bei D&D 4 wird das schon so mehr oder minder angenommen. Besonders, web man sich die Abenteuer von WotC so anguckt und auch manche Regelkonstrukte, z.B. Skill Challenges.

    • Georgios says :

      Das deckt sich nicht mit meiner Erfahrung. Hast du da ein paar Beispiele?

      Die Encounter selbst verstehen sich ja nicht als Story-Bausteine und das Ergebnisoffene eben dieser Encounter legt zumindest nahe, dass eine vorgefertigte Story des SLs nicht wirklich von den Regeln aufgenommen und umgesetzt wird.

      Dass Abenteuer oft eben eine vorgefertigte Story mitliefern, die es zu bespielen gilt, ist durchaus wahr. Aber dieser Umstand geht über meine anfängliche Fragestellung hinaus.

      • Jan says :

        Also D&D 4 kann man grundsätzlich auch offen spielen. Aber für taktisch herausfordernde Encounter benötigt man eine Karte, Gegner und idealerweise auch Terrain Effects, was die Flexibilität der Szene deutlich einschränkt. Damit ist zwar ein Encounter im Regelfall nur ein Flaschenhals, schränkt aber doch ein. Skill Challenges nach offizieller Lesart (kA, ob die überhaupt jemand benutzt) geben eine Liste an zu benutzenden Fertigkeiten vor, meist auch mit Beschreibung, was passieren könnte. Der SL sollte diese Liste sicherlich flexibel handhaben, aber grundsätzlich sollen dann diese Fertigkeiten genutzt werden, was ziemlich railroady ist (darum finde ich es auch absolut unbenutzbar).

        • Georgios says :

          Hmm… das liest sich ein wenig so, dass man Karten, Gegner und Terrain Effects nur aus dem Moment heraus bestimmen dürfte und keine Vorbereitung erlaubt wäre. Das erscheint mir wenig nachvollziehbar. Auch wird damit ein Encounter auch kein Flaschenhals. Ich bin mir nicht sicher, ob man da nicht unangemessene Maßstäbe an D&D4 anlegt, wenn man bereits die Vorbereitung von Encountern als „vorgefertigte Story“ auslegt.

          Auch Skill Challenges kann ich nur mit viel „bösem Willen“ als gleichbedeutend mit vorgefertigter Story und fehlender Ergebnisoffenheit verstehen. Ich weiß nicht, ob das tatsächlich so gemeint ist und verstanden wird.

          Im RSP-Blogs Forum wurde das SL-Kapitel von Vampire 1st Edition als ein möglicher Grundstein für „Story“ = „vorgefertigte Story“ erwähnt. Das erscheint mir plausibler als D&D4.

  3. Roger says :

    Ich verstehe nicht ganz, worauf Du hinaus möchtest. Geht es um eine feste Kampagne mit Quellenbüchern, Storyverlauf etc oder geht es um eine Idee eines Spielleiters, der Happen hinwirft und schaut, was die Spieler so machen?

    Denn letztendlich gibt es doch fast immer eine gewisse Form der Story-Idee im Kopf der SL. Ich zumindest kenne noch keine Runde, die sich zusammensetzt, der SL schweigt lustig vor sich her und das Spiel entfacht sich vivide. Ich kann Dir nicht folgen.. oder habe ein Montags-Morgens-Brett vor dem Kopf

    • Georgios says :

      Ich habe mich gefragt welche Rollenspiele es gibt, die darauf ausgelegt sind, dass ein Spielleiter eine Story vorbereitet und diese dann im Spiel auch durchzieht.

      Also Story, wie man es in den meisten Kreisen verstehen würde, eine Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende; bzw. ein nicht-ergebnisoffener Plot, dessen Umsetzung vom Spielleiter beabsichtigt und erwünscht ist.

      Anders gesagt: welche Rollenspiele fordern denn Spielleiter auf so schlecht zu leiten?

      • Roger says :

        Ah du meinst eine Form von Zwangsrailroading? Da wäre mir auch keines an sich bewusst. Abenteuerspiele wie zB John Sinclair sehen kein Abweichen vom vorgefertigten Pfad vor und zumindest die alten DSA Abenteuer waren auch sehr eng gefasst. Wie die heutigen aussehen, weiß ich nicht. Aber White Wolf in seiner ganzen Fülle und Railroading? Nein, wirklich nicht. Die 1st hab ich nicht mehr, aber 2nd, Revised und V20, wie auch alle anderen hier stehenden WW Regelwerke (und das sind nicht wenige…) vertreten das Storytelling. Also die sich frei entfaltende Story mit einigen bedeutsamen Zwischenszenen, die zB Informationen liefern. Was aber dazwischen passiert und wie es sich entwickelt, das ist äusserst frei und liegt in der Hand der Spieler, nicht der SL

        • Georgios says :

          Also zumindest das SL-Kapitel in der Vampire 1st Edition spricht dem Spielleiter deutlich eine Geschichte zu deren Ende bereits fest steht und vom Spielleiter bestimmt wurde. Allein der Weg dorthin wird von den Spielern entschieden. Das hat sich – so weit ich mich erinnere – in den späteren Editionen deutlich geändert, aber die Texte sind da recht deutlich.

          Es ist aber dennoch interessant, dass „Story“ und „vorgefertigte Story“ so schnell zusammengelegt wird obwohl es praktisch keine Rollenspiele gibt, die das verlangen oder nahe legen.

          • Roger says :

            Naja, ich sag mal so. Es gibt extrem gute Kampagnen, wie zB „Darkness Descends“ für Trinity, aber selbst die haben nach wie vor kein festes Ende, nur ein deutlich als vorgeschlagenes Ende dargestelltes. Die kann man „by the book“ spielen oder auch freier. Aber ich würde Story nicht als vorgefertigt ansehen. Da spiele ich dann solches doch lieber am Rechner, da machts mir nicht aus. In Rollenspielen will ich die Möglichkeit haben, die Welt zu formen und sei es nur der kleine Ausschnitt, den ich gerade spiele.

  4. Roger says :

    ich bin auf deine Frage, wie man „Story“ und „Vorgefertigte Story“ zusammenlegen kann, aufgesprungen.

    Klar kann man gedruckte Kampagnen spielen, aber man sollte sie nicht in kaltes Eisen giessen.

    • Georgios says :

      Ach so.. nein, das war keine Frage. Mir ist schon klar, dass Leute das tun. Verwundert war ich eher, weil es dafür eben keinen Beleg gibt, ausser Erfahrungen mit „schlechten Spielleitern“, die das so gehandhabt haben.

      Der Schritt von Runde mit einem „schlechten Spielleiter“ zu „wer Story sagt, spielt einen vorgefertigten Plot herunter“ scheint mir argumentativ mehr als nur dünn.

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