Spiel 2011 in Essen – Eindrücke

Spiel 2011 in Essen

Die Spielemesse ist vorbei und jeder schreibt wohl gerade seine Eindrücke auf. Ich werde mich da auch mal einreihen, aber die Spielerklärungen mal sein lassen und einfach nur meine Einschätzungen der Spiele notieren. Wer sich über die einzelnen Spiele genauer informieren möchte, dem empfehle ich auf die Links zu klicken und sich auf boardgamegeek schlau zu machen.

Ich habe auch Zeit in der Rollenspielhalle verbracht, aber die Sachen werde ich dann in einem gesonderten Eintrag aufschreiben.

Pocket Battles: Kelten vs Römer

Ein Freund hat mich in dieses 2-Spieler-Tabletop gezerrt. Normalerweise spiele sich solche Spieler eigentlich nicht, daher weiss ich nicht ob ich viel Sinnvolles dazu sagen kann. Ich glaube es ist nicht schlecht, wenn man Lust darauf hat mal eben eine kleine Armee auf eine andere loszulassen. Die Illustrationen waren aber sehr schlicht und eher langweilig. Das Spiel hat mir wenig gefallen, aber ich glaube es gibt ein paar Leute, die mit einem schnellen Tabletop für Zwischendurch etwas anfangen können.

Souvlaki Wars

Ein ulkiges kleines Spiel in dem es darum geht seinen griechischen Imbiss möglichst erfolgreich zu führen. Die Illustrationen sind nett und von einer höheren Qualität als man erwarten würde. Das Spiel spielt sich recht schnell und hat auch etwas Interaktion. Mich hat die Thematik selbst sehr amüsiert und das einfache Spielprinzip hat mich davon überzeugt es zu kaufen. Ich glaube es bietet sich als guter Filler für unsere wöchentlichen Spielabende an.

Forceball

Das Spiel hat mich wirklich überrascht. Es geht um einen futuristischen Mix aus Lacrosse und Eishockey und man versucht möglichst viele Tore zu schiessen. Das Spiel bietet eine nette kleine Speed-Regel, die es einem erst erlaubt mächtigere Karten auszuspielen, wenn man genug Karten in seinem persönlichen Ablagestapel (speed pile) hat. Aber da man bei dem Spiel Karten erst nachzieht und so mehr Handlungsoptionen besitzt, wenn man erfolgreich passt oder dribbelt, entwickelt sich ein interessantes Auf-und-Ab beim Spielen selbst. Das Ganze hat mich ein wenig an ein Fussballspiel erinnert. Wenn es kein reines 2-Spieler-Spiel gewesen wäre, hätte ich es mir sofort geholt. Ich hoffe, dass es demnächst eine Team-Variante dazu gibt.

King of Tokyo

Ein gewöhnliches Würfelspiel mit einer ulkigen Thematik. Man macht nicht viel anderes ausser zu würfeln und zu versuchen das Ergebnis zu nutzen, um den anderen Spielern möglichst viel Schaden zu verteilen. Wenn man japanische Monsterfilme mag, kann ich mir gut vorstellen, dass man an diesem Spiel seinen Spaß findet. Aber trotz der netten Aufmachung war mir das Spiel zu teuer. Gerade auch weil ich nicht denke, dass ich es in unserer Spielrunde oft aus dem Schrank holen würde.

Blood Bowl: Team Manager – The Card Game

Ich war sehr neugierig auf das Spiel, da die beiden Designer für meine Lieblingsspiele von FFG verantwortlich waren. Ich war vom Ergebnis ihrer Zusammenarbeit aber eher enttäuscht. Das Spiel scheint mir sehr zufällig und chaotisch zu sein. Das mag zwar zum Setting und Thema passen (wurde mir zumindest gesagt), aber ich habe halt mit Blood Bowl nichts am Hut. Das chaotische Spielprinzip war für mich also kein Pluspunkt.

Alcatraz: The Scapegoat

Dieses Spiel war eine angenehme Überraschung. Ich war mir eher unsicher was die Sündebock-Regel angeht (mit der man einen Spieler jede Runde praktisch ausgrenzt). Aber wenn man sich clever anstellt, d.h. sich für die Flucht aus Alcatraz unentbehrlich macht, kann man das ganz gut umgehen. Und selbst wenn das nicht ganz gelingt, kann man es den anderen Spielern immer noch sehr schwer machen. Witzig ist auch, dass ein Spieler der keine Chance auf den Sieg hat, immer noch versuchen kann alle am Tisch verlieren zu lassen. Die Spieldauer hat mich dann dazu bewogen es in meine Spielsammlung aufzunehmen.

Kingdom Builder

Meine erste Enttäuschung auf der Messe. Kingdom Builder ist zwar bunt und erinnert entfernt an Carcassone, aber ist durch und durch trocken und langweilig. Es gibt keinerlei Interaktion, ausser dass man sein Gebäude auf einem Fleck plaziert, das jemand anders nutzen wollte. Ein Spiel zum Kopfrechnen und Siegpunkte zählen. Ich kann mir vorstellen, dass es Familien gibt, die daran Gefallen finden, aber es gibt auf jeden Fall interessantere Spielkonzepte. Gerade auch wenn man etwas wenig anstrengedes aber kompetitives sucht.

Rumble in the House

Ulkiges, kleines Partyspiel, dass sich selbst mir vielen Spielern schnell spielen lässt. Es sieht ganz nett aus und die Regeln sind in 3 Minuten erklärt. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Spiel auf einem Kindergeburtstag toll ankommen würde. Da ich aber nicht in diese Kundengruppe falle, habe ich es mir nicht gekauft. Aber ich denke, dass es kein schlechtes Spiel ist.

Korsaren der Karibik

Ein eher friemliges Spiel, dass sich als Piratenspiel ausgibt, obwohl es eigentlich ein Wirtschaftsspiel handelt. Man kann zwar typische Piratenaktionen tun, aber das wird erst gegen Ende des Spiels wirklich interessant. Die meiste Zeit verbringt man damit von einem Hafen in den anderen zu fahren und Waren billig einzukaufen und dann teuer zu verkaufen. Es ist als Spiel ganz in Ordnung, aber füllt nicht unbedingt das Bedürfnis Pirates! als Brettspiel zu spielen.

Mob Ties: The Board Game

Die Illustrationen in diesem Spiel haben mich sehr stutzig gemacht. Die Bilder sind beeindrucked grausam und saditisch und auch wenn mir direkte Konflikt in einem Spiel (auch thematisch) durchaus gefallen kann, war ich mir nicht sicher, ob mir das Spiel nicht zu weit gehen würde. Glücklicherweise hat man während des Spiels kaum Zeit sich mit den Bildern zu beschäftigen. Das Spiel selbst ist recht schnell und sehr thematisch. Aber es scheint stark auf das Umbringen gegnerischer Figuren ausgelegt zu sein und das Verhandeln und Bluffen weniger im Mittelpunkt zu stehen. Das Spiel ist alles andere als enttäuschend, und auch die Qualität der Kompenenten ist beeindruckend. Aber ich bin mit anderen Erwartungen an das Spiel gegangen.

Sake & Samurai

Die erste grosse Überraschung für mich auf der Spiel. Ein Spiel von dem ich irgendwann mal was gehört hatte. Eigentlich habe ich es nur ausprobiert, weil der Tisch gerade leer war und ich die Chance nutzen wollte mal ein wenig zu sitzen. Sake & Samurai ist ein sehr thematisches und unterhaltsames Kartenspiel. Ich bin mir nicht ganz sicher wie viel Spieltiefe es tatsächlich besitzt, aber es ist auf jeden Fall nicht so flach wie man bei der Grundidee (sei der betrunkenste Samurai am Tisch, der noch am Leben ist) glauben würde. Das Spiel stellt einen vor einige witzige Entscheidungen, während der Spielverlauf leicht und spassig bleibt. Ich habe das Spiel zwei Mal auf der Messe gespielt, bevor ich mir am Sonntag eine Kopie geholt habe. Ich denke das Spiel wird so einige Male auf den Tisch kommen. Nicht zuletzt weil es nur 30-45 Minuten dauert.

Cabo

Das Spiel habe ich nicht direkt auf der Messe gespielt, sondern bei einem Freund. Es spielt sich ein wenig wie Memorys verrückter Verwandter. Es ist unterhaltsam mit einigen Bluff-elementen für Leute, die gerne anspruchsvolle Strategien spielen. Die Regeln sind sehr einfach zu lernen und es lässt sich problemlos mit bis zu 5 Leuten spielen, ohne dass es zu voll und chaotisch wird. (Nur ein klein wenig, halt.🙂 )

Prêt-à-Porter

Die Thematik des Spiels ist das hinderlichste an diesem Spiel. Aber dahinter findet man ein nettes und zielsicheres Wirtschaftsspiel in dem man seine Arbeiter strategisch platzieren muss, um an die nötigen Aktionen zu gelangen mit denen man die besten Fashiondesigns und die beste Modeschau aufstellt. Ich denke das Spiel ermöglicht nett strategisches Spiel (wir haben nur die erst von 4 oder 5 Modeschauen gespielt). Aber da ich bereits ein “grosses” Spiel gekauft hatte und ich es für sehr zweifelhaft gehalten habe, dass Prêt-à-Porter oft gespielt werden würde, habe ich es mir nicht gekauft. Aber ich kann es auf jeden Fall Leuten empfehlen, die ein Wirtschaftsspiel mit schlankem Design und ohne viel Trara suchen.

Panic Station

Die vermutlich grösste Enttäuschung der Messe für mich. Nach dem Hype und der Begeisterung im Vorfeld hat mich das tatsächliche Spiel schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Auch wenn die Thematik und viele Regelideen clever und interessant sind, ergeben diese Dinge zusammen einfach kein rundes Spielerlebnis. Das Spielende kann sich sehr lange hinziehen, bevor überhaupt klar wird, dass entweder alle Spieler infiziert sind oder bevor es klar wird, dass der letzte menschliche Spieler das Spiel nicht mehr gewinnen kann, weil die Infizierten alle Benzinkanister besitzen. Man kann natürlich das als thematische Nähe verstehen, aber es führt zu einem Spiel, dass sich zum Ende hin grundlos hinzieht.

Tanto Cuore

Die vermutlich grösste Überraschung der gesamten Messe. Ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass eine Dominion-Kopie es schafft mich so unwohl und unangnehm fühlen zu lassen. Die Bilder sind alle eher anzüglich und schlüpfrig, aber das Spiel geht bei den Bonuspunkten dann vollkommen ab. Um diese zu bekommen, muss man die Hausmädchen in die eigenen “private chambers” befehlen, um dort zu punkten. Auch wenn ich den Kartenaufbau funktionaler als bei Dominion finde und die Regel mit einem getrennten Ablagestapel für Bonuspunkte auch sehr nett ist, finde ich die Thematik nur schwer erträglich.

Zombie Town

Nur zum Spass gespielt, weil einige Freunde bereits am Tisch saßen. Ein schnelles Kartenspiel, das entfernt and Bang! erinnert, nur ohne dessen cleveren Regeln. Wenn einem aus irgendeinem Grund noch immer nicht aus dem Hals hängen und man ein anspruchsloses Fillerspiel braucht, gibt es bestimmt schlechtere als Zombie Town. Aber ich bin mir sehr sicher, dass es auch sehr viel besseres gibt. Ein eindeutiges… pffffff.

Nefarious

Ein nettes kleines Kartenspiel in dem es darum geht der grossartigste irre Wissenschaftler zu werden, in dem man wilde Erfindungen erbaut. Es gibt etwas nette, halbwegs subtile Interaktion zwischen den Spielern. Man kann Handlanger nutzen, um an Hand der Aktionen der Spieler rechts und links von einem selbst Geld zu verdienen. Die einzelnen Erfindungen können die anderen Spieler ebenfalls beeinflussen (meist negativ). Es gibt ausserdem etwa 60 Karten mit globalen regeln, die den Spielverlauf leicht (oder auch mal weniger leicht) verändern können. Ich hab mich ein wenig an 7 Wonders erinnert gefühlt. Auch das war ein Spiel, dass ich zu schätzen wusste, aber das mich nicht begeistert hat. Das gleicht gilt für Nefarious. Ein gutes Spiel, dass mich nicht gross begeistern konnte. Auch wenn das ein wenig am Preis gelegen haben kann (auch hier eine Parallele zu 7 Wonders).

Heck-Meck am Bratwurmeck

Das Spiel habe ich auf der Zugfahrt nach Hause gespielt, mit ein paar nette Leuten, die auch von der Messe kamen. Es ist ein Würfelspiel und ich denke dass ich mich einfach nicht für Würfelspiele erwärmen kann. Es gibt eine “push-your-luck”-Regel und die Möglichkeit Punktesteine von anderen Spielern zu stehlen. Ein nettes Spiel, aber es schien mir länger zu dauern als nötig.

About Georgios

Wurde geboren.

2 responses to “Spiel 2011 in Essen – Eindrücke”

  1. Robert Pfaff says :

    Wow! Hast du die alle gespielt?

    Ach, und sorry dass ich dich am Samstag „versetzt“ habe, das lief sehr ungünstig, da wir sehr schnell weg mussten, da wir sonst nicht mehr in unsere Unterkunft reingekommen wären!
    Hätte mich echt noch gerne mit dir unterhalten!

    Grüße,
    Robert

    • Georgios says :

      Ja, wobei wir nicht alle auch bis zum Ende gespielt haben. Bei einigen reicht es ja, wenn man die ersten paar Runden gesehen hat, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Korsaren der Karibik und Prêt-à-Porter zum Beispiel. Gerade Prêt-à-Porter gefällt mir rückblickend immer besser, ich denke das werde ich mal in einige Monaten auf meine Beobachtungs-Liste setzen müssen.

      Das mit dem Samstag ist nicht so wild. Hätte mich auch gefreut, wenn wir noch ein wenig Zeit gefunden hätten uns zu unterhalten; aber vielleicht klappt das ja mal auch beim nächsten Burg-Con, Odyssee oder sogar der nächsten Spiel wieder.

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