Von der Notwendigkeit Nein zu sagen

glare

In einem typischen Rollenspiel ist es so, dass der SL entscheidet, ob das was die Spieler ihre Charaktere tun lassen wirklich passiert oder nicht. Manchmal entscheiden die Würfel über Grundlegendes, aber der SL bettet Scheitern und Erfolg ins Spiel ein. So kann der geneigte SL auch Schlüpflöcher ausnutzen, um Erfolg/Misserfolg um das Würfelergebnis herum zu erzählen. Die Idee einen schlechten Würfelwurf als Komplikation, statt als Fehlschlag zu erzählen ist nichts anderes als das. Auch kann der SL oft Modifikatoren festlegen, um damit Erfolg/Misserfolg wahrscheinlicher zu machen.

Dennoch kommt es schon mal zu Situationen, in denen der SL selbst mit diesen Hilfsmitteln nicht verhindern kann, dass die Spielrunde aus dem Ruder läuft. Was soll der SL tun, wenn die Spieler in der Regel auf Bedrohung, Nötigung und Folter zurückgreifen, sobald ein NSC nicht ausreichende Kooperation aufzeigt? Schliesslich ist die uneingeschränkte Entscheidungsfreiheit der Spieler über die Charaktere ein wichtiges Konzept des Rollenspiels. Wie kann man sich aus dieser Zwickmühle befreien, in der man sowohl die Entscheidungsfreiheit der Spieler wie auch den Fortgang der Spielrunde in akzeptablen Bahnen gewährleisten muss?

Die Antwort lautet, dass man es natürlich nicht kann.

Entweder die Spieler dürfen ohne irgendeine Einschränkung entscheiden was ihre Charaktere tun, oder die Handlungen der Charaktere unterliegen der Möglichkeit zur Kurskorrektur. Es gibt Fälle, da kann das Regelwerk korrigierend eingreifen, weil gerade diese eine spielgefährdende Aktion deutlich abgedeckt wird. Manchmal gibt es auch verbindliche Hintergrundtexte, die bestimmte Aktionen unmöglich machen. Aber das sind lediglich Ausweichmöglichkeiten und letzte Ausflüchte, um die Spielrunde zu retten.

Die einzige Möglichkeit mit solchen Situationen zurecht zu kommen, ist sie gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Aber dafür muss man sich als SL auch in eine Position begeben, die nicht sonderlich viel Spaß macht oder gern gesehen wird. Man muss der Spielverderber sein und einfach Nein sagen. Man muss seine Freunde, seine Mitspieler, seine Bekannten eiskalt abblocken. Auch das ist Aufgabe des Spielleiters. Er muss im Zweifelsfall diese Aktionen abschmettern, die die Spielrunde sprengen können. Damit macht man sich zumindest bei einem der Spieler sicherlich nicht beliebt, aber unterm Strich ist man als Spielleiter der Gruppe und nicht den einzelnen Spielern verpflichtet. Das bedeutet man muss den einzelnen Spieler auch mal in seiner Spielerfreiheit einschränken, wenn die Alternative eben lautet, dass das Abenteuer abschmiert.

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