[FA-Q]Georgios erklärt sämtliche Spielstile

Offenbar gibt es weiterhin Verwirrung und Unklarheiten darüber, was die unterschiedlichen Spielstile angeht, die Rollenspieler auszuüben pflegen. Hier nun also ein Artikel zu sämtlichen Spielstilen, die in Diskussionen herumgeistern.

Sämtliche Besonderheiten und Eigenschaften der Spielstile lassen sich auf diese Grundgedanken zurückführen. Sobald das nicht mehr der Fall ist, hat man es nicht mehr mit einer sauberen und funktionalen Formen davon zu tun, sondern mit aus Unfähigkeit oder Unwillen entstandenen Zerrbildern.

ARS – Der Berüchtigste aller Spielstile und in seiner gedanklichen Klarheit und unerschrockenen Bedingungslosigkeit unerreicht. ARS entstand als Auflehnen gegen das entartete Rollenspiel und als Zeichen gegen die Unterwanderung durch das linke Geschmeiß und ihre perfiden Ideologien. Beim ARS kontrolliert der Spielleiter die Welt und die Spieler ihre Charaktere. Verschiedene Variationen davon greifen Aspekte der Spielerkontrolle oder des Spielleitereinflußes bewusster auf, aber fußen voll und ganz auf der klaren Abgrenzung dieser Elemente.

Storytelling – Ein Randphänomen im Rollenspiel, welches von niemandem wirklich wahrgenommen wurde und nur in den obskursten Rollenspielbüchern als Fußnote erscheint. Der Vollständigkeit wegen wird es hier kurz erwähnt. Beim Storytelling wird eine abstruse Verteilung von Charaktern und Spielwelt (inkl. NSCs wenn man sich das vorstellen kann) vorgenommen, die den Spielern erstere und dem Spielleiter (oder „Erzähler“) letztere zuteilt. In der Praxis natürlich überhaupt nicht umsetzbar und anderen Spielstilen offensichtlich unterlegen.

Storygaming – Die Kunstform des Rollenspiels. Anders als in anderen Spielstilen werden Charaktere und Spielwelt vollkommen neu aufgezogen, so dass der Spielleiter nicht die Charaktere lenkt, sondern über die Spielwelt entscheidet (besonders talentierte Storygamer übernehmen auch zusätzliche Charaktere, z.B. Antagonisten und Nebenfiguren. Diese Begriffe jetzt zu erklären würde den Rahmen des Blogs und vermutlich des gesamten Internets sprengen). Die Spieler werden hier mit einer völlig neuen Aufgabe konfrontiert, in dem jeder von ihnen einen Protagonisten (d.h. Held) spielt. Es sollte offensichtlich sein, dass das eine derart radikale Abkehr vom Rollenspiel ist, dass Storygaming praktisch ein eigenes Hobby darstellt. Ein Hobby für das die meisten Rollenspieler nicht die nötige Reife, geistige Kapazität oder emotionale Erfahrung besitzen. Es ist echt ganz total was anderes. Also wirklich jetzt.

Gamismus – Irrtümlich als Umschreibung für eine Art von Konsens zwischen Spielern entwickelt, wurde die wahre Bedeutung nur einigen grenzgenialen Individuen deutlich, die darin den Schlüssel zu einer neuen Ebene des Hobbies erkannten. Gamismus erklärt den Aufbau des Spiels als eine Aufteilung zwischen Spieler und Spielleiter was Dinge wie Charaktere und Spielwelt angeht. Es gibt diesbezüglich noch immer hitzige Diskussionen wer über welche Dinge entscheiden sollte. Aber in den letzten Jahren scheint die Ansicht mehr und mehr Unterstützung zu gewinnen, dass dem Spielleiter die Welt und den Spielern die Charaktere übergeben werden sollten. Immer noch ein sehr heikles und kontroverses Thema, dessen hitzigen Streitpunkte jederzeit wieder aufzuflackern drohen.

Narrativismus – Von einem Gerüchten zufolge Mann entworfen, der Rollenspiele weder versteht, kennt, spielt oder mag. Dabei wird dem Rollenspiel die gesamte Grundlage genommen und im gleichen Zug pervertiert, in dem Charaktere und Spielwelt den Spielern bzw. dem Spielleiter übergeben wird. Auf ethisch-moralischer Ebene eine vollkommen indiskutable Vorgehensweise und sollte jederzeit mit vollster Verachtung, Spott und Häme beantwortet werden.

Simulationismus – Der mit Abstand wichtigste und bedeutsamste aller Spielstile. Wenn man das nicht versteht, dann kann man Rollenspiel als solches nicht begreifen. Im Mittelpunkt des Simulationismus stehen Spielwelt und Charaktere. Dem gegenüber steht die Spielgruppe, welche – und das ist jetzt wichtig – in Spieler und Spielleiter aufgeteilt wird. Also Spieler – die spielen – zum einen und Spielleiter – der das Spiel leitet – zum anderen. Bevor es weitergeht, sollte das verinnerlicht werden
Spieler und Spielleiter.
Spieler.
Spielleiter.

Soweit alles klar? Nun, jetzt werden diese Dinge richtig kompliziert, weil einer der beiden nun die Spielwelt übernimmt und einer die Charaktere. (Wenn man mit mehr als 2 Personen spielt, können auch mehrere Charaktere vergeben werden.). Dem Spielleiter fällt die Spielwelt zu, aber den Spielern Charaktere. An diesem Punkt steigen viele aus, und ich selbst musste erst ein Vierteljahr in einem buddhistischen Kloster verbringen, bevor ich diese Aufteilung begriffen hatte.

Freeform – Eine quasi-religöse Grenzerfahrung und ein Bad in einem leuchtenden Meer von Spaß und Glückseligkeit, dass man jederzeit erreichen kann, wenn man nur aufhört so verdammt verkopft und verkrampft zu sein. Ich selbst verstehe freeform überhaupt nicht und habe keine Ahnung wie man die Spielwelt dem Spielleiter übergibt, aber dann gleichzeitig den Spielern Charakter geben kann über die sie dann entscheiden. Freeform ist so einzigartig und fantastisch, dass eigentlich niemand die Wahrhaftigkeit dieses Spielstils auch nur erahnen kann, wenn er nicht das Glück hat mit einem wahrlich Erleuchteten am Tisch zu sitzen.

Damit sollten die grundlegenden Unterschiede zwischen den Spielstilen deutlich geworden sein. Vor allem sollten damit die verschiedenen Debatten, Flamewars und Zickereien nachvollziehbarer und verständlich werden. Schließlich wird ja jetzt deutlich woher diese Konflikte kommen und wie sie entstehen.

About Georgios

Wurde geboren.

5 responses to “[FA-Q]Georgios erklärt sämtliche Spielstile”

  1. Ishmael says :

    Für diesen Eintrag geb ich zwei ROFL! Geil! 🙂

  2. Herr der Nacht says :

    Ich glaube jetzt fühle ich mich erleuchtet =)

  3. rob says :

    "entartet": Ja, gib uns mehr Nazivokabeln! Macht dich glaubwürdiger!

  4. ateracalba says :

    @ RobIronie-Converter vergessen anzuschalten? Gerade im Bezug zu den Herren ARSlern und ihrem Slang passt das Wort SEHR gut 😉

  5. TheClone says :

    Ist das hier den Teufel mit dem Belzebub austreiben oder einfach nur Gemotze? Humoristisch gelungen ist es jedenfalls eindeutig nicht. Wofür genau braucht man solche Artikel?

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