Odyssee 2009 – Nachbericht

Die Odyssee ist vorbei und es wurde wieder ausgiebig gespielt. Im Gegensatz zu den letzten 2 Jahren fiel der Termin nicht in den Sommer, sondern direkt zu Halloween, zur MMC und eine Woche nach der Spiel in Essen. Ich hatte den Eindruck, dass sich das auch auf die Besucherzahl ausgewirkt hat. Selbst während der Pause wirkte der grosse Saal nicht übermässig voll.

Das tat der Spielatmosphäre jedoch keinen Abbruch. Der mittlerweile zum dritten Mal angereiste Spielerenvoy aus Greifswald fuhr soweit ich erkennen konnte, zufrieden nach Hause. Die Runden waren von üblich hohem Unterhaltungswert, und das Online-Melde-System ist augenscheinlich die bisher beste organisatorische Neuerung seit langem. Allein einige Schönheitsfehler gilt es noch zu beseitigen. Denn durch Schwänzer und Mehrfachanmelder, kam es hier und da zu Verwirrung und zu enttäuschten Gesichtern, als man im Nachhinein hörte, dass die favorisierte Runde noch Platz gehabt hätte, auch wenn der Aushang anderes behauptete. Ich denke, das wird spätestens zur nächsten Odyssee ausgebessert sein.

Ich habe insgesamt 4 Runden angeboten, von denen 1 ausfiel und mir so erlaubte mich ein wenig mit Leuten zu unterhalten, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Dass ausgerechnet My Life with Master nicht stattfand, kam mir jedoch gelegen, da ich als ich am Freitag abend eintrudelte doch bemerkte, dass mir der Sinn nicht nach persönlichem Horror stand.

Meine beiden Runden am Samstag haben viel Spaß gemacht. Die Poison’d-Runde am Samstag vormittag, hatte nach anfänglichen Momenten der Grenzüberschreitung einen Tonfall gefunden, der uns allen gut gefiel. Es war laut und recht gewalttätig, aber das schien die Spieler nicht zu stören. Schnell nahmen sie den Kampf mit einem britischen Flagschiff auf. Der deutsche Gunnery Master konnte durch eine gelungene Geiselaktion das Schiff unter die Gewalt des Piratenkapitäns „Skinny Brute Sid“ bringen. Aber als es zur Verteilung der Beute kam, machte sich Unmut breit und nach einigen wilden Reibereien zwischen den Figuren, kamen es zu einer kurzen und entscheidenden Schießerei. Am Ende hatte die Crew einen neuen Captain, und einen treu-loyalen Gunnery Master. Und Skinny Brute Sid wurde auf dem Wrack des alten Schiffs, der Dagger, zurückgelassen. Wie bei Einführungsrunden so häufig, habe ich ein klein wenig zu oft auf das Würfelsystem gegriffen um zu versuchen möglichst alle Facetten davon zu zeigen. Trotzdem denke ich, dass das Spiel zu unterhalten wusste.

Am Samstag abend wurde Cold City gespielt. Als internationaler Trupp machten sich vier Spieler auf den Weg (eigentlich 5, aber die oben erwähnten Doppelbeleger verhinderten erfolgreich, dass Yevgeny Chernyakovsky an dieser Mission teilnehmen konnte) um den etwas fragwürdigen Todesfall von Gunter Roth zu untersuchen. Das Abenteuer war stark auf Deduktion und ähnliches ausgelegt, dadurch trat das Regelsystem ein wenig in den Hintergrund. Stattdessen verbrachte man viel Zeit damit das Setting zu erforschen und ich bin immer wieder verblüfft, wie unglaublich viel Stil und Ambiente Berlin in den 50ern hat. Das Abenteuer endete mit einem Cliffhanger oder eher ohne eindeutige Lösung, in einem abgesperrten U-Bahn-Tunnel. Dort stellten die Spieler einen jungen, von etwas Unbekanntem besessenem Mann, der die um ihn herum verstreuten toten VoPos kontrollierte und gegen die Charaktere aufbrachte. Ein Charakter erleidete durch den auferstandenen Toten, der ihn anzugreifen versuchte einen Nervenzusammenbruch und Lt. Danvers war drauf und dran, das Ding voll Blei zu pumpen. Was danach geschah, wurde nicht mehr geklärt, aber ich denke das war auch nicht mehr von Bedeutung.

Am Sonntag dann habe ich Paranoia geleitet. Oder besser gesagt es versucht. Me and My Shadow Mark 4 ist zwar ein fantastisches und sehr unterhaltsames Abenteuer, aber ich war zum einen noch sehr übermüdet und zum anderen, hatten die Spieler genug eigene Ideen und Impulse, um keines der Ereignisse aus dem Abenteuer nach sich ziehen zu müssen. Womöglich hätte ich das Abenteuer etwas straffer geleitet, wenn ich mich besser hätte konzentrieren können. So geschah zwar am Tisch sehr viel.. der Alpha Complex wurde am Ende durch einen EMP ausgeschaltet.. aber ausser der legendären „Something falls off“-episode, trat keines der Ereignisse des Abenteuers ein. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass Odyssee-Besucher nicht unbedingt die Herangehensweise ans Rollenspiel nutzen, die man unter klassischen Rollenspielen und damit auch unter Paranoia voraussetzt. Mehr Problemlösung und knallharter Überlebenstrieb und weniger Spielwelterforschung und amüsierende Charakterinteraktion hätten besser in das Abenteuer gepasst. Ich denke, auf dem Burg-Con wird das Abenteuer eher das richtige Publikum und ich vor allem vorher ausgiebig Schlaf finden.

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Wurde geboren.

5 responses to “Odyssee 2009 – Nachbericht”

  1. Anonymous says :

    Aber die Poison'd Runde hat offenbar nur 2 Stunden gedauert, oder? War das geplant?

  2. Georgios says :

    Die Runde hat schon den ganzen Block in Anspruch genommen. Als klar wurde, dass wir eher laut werden würden, bin ich in einen anderen Raum gezogen, um die Runde am Nebentisch nicht zu nerven.

  3. MSch says :

    Ah, ich war schon verwundert. Aber wir haben doch "World of Synnibarr" gespielt (also für gewisse Werte von 'gespielt') was hätte uns da groß stören können?

  4. Anonymous says :

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