Rollenspiele metaphorisch betrachtet

Rollenspiele sind wie Musikinstrumente. Mit etwas Talent oder Übung und ein wenig Enthusiasmus kann man sie spielen und damit etwas unterhaltsames oder sogar mitreissendes schaffen.

Die tolle Musik steckt natürlich nicht in den Instrumenten selbst, sondern wird von den Leuten gemacht, die das Instrument spielen. Aber selbstverständlich können manche Leute mit einem Instrument besser umgehen als mit einem anderen. Ganz einfach weil manche Instrumente eher den Talenten der Spielenden entgegenkommen als andere. Die Freeformer zum Beispiel verzichten ganz auf ein Instrument und vertrauen auf ihr A Capella Können.

Wenn das Instrument mal etwas verstimmt sein sollte, dann kann man mit Hausregeln nachstimmen. Aber selbst da gehen die Meinungen auseinander wie denn ein gut gestimmtes Instrument zu klingen hat. Je nachdem womit man schon Erfahrungen hat und was für Klänge man mit einem bestimmten Instrument erreichen will. So wird man mit manchen Instrumenten nie die Klänge erreichen, die man mit einem anderen Instrument hinbekommt. Es sei denn man akzeptiert dass man womöglich das ganze Instrument neubauen muss.

Ein jedes Instrument stellt andere Anforderungen an den Benutzer. Manche erfordern nur Rhythmusgefühl, andere Fingerfertigkeit und wieder andere einfach nur sehr viel technisches KnowHow. Oft überschneiden sich die Anforderungen, wodurch bei einigen der Eindruck entsteht dass die Instrumente im Grunde eigentlich alle gleich sind. Wenn man weit genug abstrahiert, stimmt das auch. Unter’m Strich sollen unterhaltsame Songs entstehen (Spaß gehabt werden), aber manche verstehen darunter klassische Popmusik der Beatles, andere vielschichtige Arrangements wie bei Beethoven und wieder andere eher die perfekt produzierte Tanzballaden von Beyonce. Aber wer Lust auf crunchigen 70s Rock hat und dann mit New School Trip-Hop konfrontiert wird, den mag die Dissonanz zwischen erwartetem Song und tatsächlicher Darbietung etwas aus der Ruhe bringen. Weg sind die coolen Gitarren, die das Rockerleben simulieren. Verschwunden ist auch der Frontmann der die Band durch den Song leitet. Plötzlich gibt der schiefe Beat einem enge Strukturen vor in denen man sich bewegen muss. Anstatt dass der Song einen immer mächtiger und cooler macht, ist auf einmal von Introspektion und all den unangenehmen Dinge des Lebens die Rede. Dabei geht es doch hier um unterhaltsame Songs und keine Deprimucke.

Manche Leute sind sich dieser Dissonanz noch nicht ein Mal bewusst und versuchen dann ihre Version von „Free Bird“ mit einer Mischung aus Synthesizer, A Capella und Ukulelen hinzubekommen und verfluchen dann alle drei als völligen Mist, weil „Free Bird“ auf einmal so schlecht klingt und gar keine Stimmung aufkommt. Am Ende bleibt lediglich die Einsicht, dass man zwar versuchen kann mit Banjos Heavy Metal zu machen oder mit einem Orchester einen Rapsong der tight und außerdem sweet ist zu spielen… aber man am besten damit beraten ist, die Musik zu spielen, die einem eh gefällt. Am besten mit Instrumenten, die für diese Art von Musik gut geeignet sind.

Man sollte sich also erst umschauen was für Musikrichtungen es so gibt und sich die wählen, die einem am ehesten gefallen. Wenn man erstmal so weit ist, kann man sich umschauen welche Instrumente dafür geeignet sind und wer ganz besonders tief in die Materie gehen will, der kann sich mit Theorie auseinander setzen um seine musikalischen Vorlieben noch präziser und gezielter umzusetzen.

Allerdings spricht nichts dagegen mit neuen Instrumenten zu experimentieren oder auch mal eine Musik aus einem ganz anderen Genre zu versuchen. Es sei denn man will irgendwas von Placebo spielen. Die sind nämlich scheiße. Immer. Egal welche Instrumente man dafür benutzt. Und Coldplay ist auch nicht viel besser.

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