Wie Spieler anpacken müssen

(Dieses Jahr werde ich diesen Blog weniger für ausführliche Kommentare benutzen und stattdessen kurze Überlegungen und Beobachtungen hier aufzeichnen. Was vor allem daran liegt, dass ich andere Schreibprojekte angehen will und nicht mehr die Zeit haben werde längere Texte über Spiele zu schreiben.)

Die Pflichten und Aufgaben eines Spielleiters werden in Regelwerken ja meist recht ausführlich besprochen. An die Spieler ist nur selten etwas gerichtet ausser dem Kapitel zur Charaktererschaffung.

Die Pflicht des Spielers besteht darin das Spiel ernst zu nehmen und sich darauf einzulassen.

Damit meine ich nicht, dass man mit seinem Charakter philosophische Exkurse macht und versucht dem „existentiellen menschlichen Dilemma“ Ausdruck zu geben, sondern dass man sich nicht mit der Ausrede „Ist ja nur ein Spiel“ von allem distanziert und nur rumblödelt und jedes kleine Missgeschick im Spiel zu ignorieren versucht, weil „verlieren ja keinen Spaß macht“. Wenn man das Spiel ernst nimmt, dann folgt daraus zwangsläufig das Verlangen die Regeln für den eigenen Charakter zu kennen. Auch, dass man seinen Charakter so spielt, dass er in die Runde „passt“ und nicht gezielt die Stimmung oder die Glaubwürdigkeit der Spielwelt bricht. Nur so kann ein Spiel Spaß machen. Für ein paar nette lustige Stunden mit meinen Kumpels brauche niemand ein Rollenspiel. Da reicht meist auch eine Pizza.

Die Pflicht der Spieler besteht darin das Spiel „richtig“ zu spielen und nicht halb-herzig. Das ist der Grund weshalb „Goldene Regeln“ und „System doesn’t matter“-Geblubber mich nicht überzeugen. Lassen sich doch solche Aussagen bequem dazu missbrauchen sich aus seiner Pflicht als Spieler zu stehlen.

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Wurde geboren.

3 responses to “Wie Spieler anpacken müssen”

  1. Marquis-de-Carabas says :

    Wie man von den Pflichten des Spielers zur Ablehnung von Goldenen Regeln kommt, ist mir nicht schlüssig. Goldene Regeln betreffen ja eher den Spielleiter als den Spieler. Kannst Du das mal erläutern?

  2. Georgios says :

    Es ging mir nicht um die Ablehnung der „Goldenen Regel“. (Das ist in der Tat missverständlich formuliert, deshalb danke für’s Nachhaken.) Ich wollte vielmehr die Herangehensweise kritisieren, die sich dahinter verstecken kann. Und zwar die Herangehensweise, die den Spaß über das Spiel stellt und damit sich früher oder später selbst den Boden unter den Füßen nimmt. Beim Rollenspiel wird der Spaß in der Regel aus dem Spiel mit den anderen bezogen; wenn Spaß und Spiel kollidieren… dann muss das Spiel angepasst werden. Das ist ja auch der Gedanke hinter der Goldenen Regel, welcher wegen seiner Selbstverständlichkeit oft übersehen oder attackiert wurde.Die pathologische Auslegung der Goldenen Regel – welche aufgrund des Internet-Diskussionsstils oft geäußert wird – liest sich aber als Ablehnung jeglicher Verbindlichkeit des Spiels und seiner Regeln. Damit kann es jedoch kein Spiel mehr geben, womit auch die eigentliche Spaßquelle verstummt und eine andere – meist rein soziale – ihren Platz einnimmt. Man erfreut sich nicht mehr am gemeinsamen Spiel, sondern an der Anwesenheit anderer Leute. Ich kritisiere diese unreflektierte Geisteshaltung, die das Rollenspielen sabotiert und sich im gleichen Atemzug als die „vernünftigere und aufgeklärte“ Sicht aufs Rollenspiel präsentiert. Gerade weil sie offensichtlich das genaue Gegenteil davon ist.

  3. Marquis-de-Carabas says :

    Okay, jetzt habe ich es verstanden. Das korreliert irgendwie mit meiner Beobachtung, dass sich Spieler zu Beginn einer Kampagne wegen des Spiels treffen und bei weiteren Fortschreiten der selben sich vermehrt treffen, um die Spieler zu treffen. Das kann dann schon mal zum Verratschen einer ganzen Spielsitzung führen, oder Zusatz-Events wie gemeinsames Kochen, die das eigentliche Rollenspiel in der Hintergrund drängen.Witziger Weise bemerke ich diese Entwicklung auch bei einigen der eher „familiäreren“ Cons.

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