Einleitungen

Es ist nicht einfach ein neues Spiel einer Gruppe vorzustellen. Gerade bei Rollenspielen weiss man nie genau womit man zuerst anfangen soll. Der Hintergrundwelt? Den Regeln? Den Besonderheiten? Der Charaktererschaffung? Der Besprechung über den Stil und die Art der Rollenspielrunde?

Nachdem ich in den letzten Wochen oft genug Spiele erklären musste und Spiele erklärt bekommen habe, mal gut mal weniger gut, will ich hier die auffälligsten Beobachtungen festhalten.

Die erste wichtige Information, die man als Spieler haben muss, lautet: was tue ich in diesem Spiel? Ist es ein Spiel bei dem ich körperliches Geschick brauche? Oder ein Spiel, bei dem ich meine Mitspieler einschätzen muss? Vielleicht ist es ein Spiel, bei dem ich mir irgendwelche fremde Orte und unbekannte Wesen vorstellen muss oder zusammen mit meinen Mitspieler eine für uns mitreissende Geschichte erzähle? usw. usf.

Ohne diese wichtige Information, kann ich als Spieler mit keiner Beschreibungen des Spiels etwas anfangen. Das ist mein Einstieg, der mir dabei hilft das Spiel zu verstehen. Was nutzt es mir die sicherlich interessante und kreative Hintergrundgeschichte zu hören, wenn ich nicht weiss, was ich damit anfangen soll? Es ist auch häufig sehr verlockend, das Spiel durch einen Vergleich zu erklären und nur die wichtigsten Unterschiede anzusprechen. Das kann sehr schnell nach hinten losgehen. Eine Gruppe von z.B. leidenschaftlichen Dungeons & Dragons Spielern wird sich unter „TV Serie als Rollenspiel“ etwas ganz anderes vorstellen als das was Primetime Adventures wirklich ist. Ein Spiel sollte immer als etwas eigenes behandelt werden. Die Vergleiche und Ähnlichkeiten, die die Spieler selbst erkennen, sind für sie meist besser und verständlicher, als die, die man ihnen vorsetzt.

Die Frage, die als nächstes beantwortet werden muss und durch die man sich langsam an tatsächliche Regelbeispiele nähert, lautet: Warum? Was versucht man als Spieler zu erreichen, wenn man die Dinge tut, die man in diesem Spiel tut? Was ist das Ziel? Hier fällt erneut auf, das „Spaß haben“ eine völlig nutzlose Antwort auf diese Frage ist. Man braucht eine konkrete Antwort. Etwas was ein mehr oder weniger faßbarer Teil des gesamten Spiels ist. Spielt man um Punkte zu erreichen? Spielt man um die Aufgabe, die einem vorgesetzt wurde, zu lösen? Spielt man um die anderen zu unterhalten? Wenn man nicht weiß worauf das Spiel hinauslaufen soll, dann versteht man auch nicht was man mit den einzelnen Regeln anfangen soll, bzw. muss sich irgendwie versuchen einen Reim darauf zu machen. Das kann furchtbar schief gehen.

Der letzte Punkt, der häufig der trockenste und längste ist, ist die Erklärung der Mittel mit denen die Spieler tun, was sie tun, um zu erreichen was sie erreichen sollen. Bei einem Brettspiel würde man hier den Spielablauf Schritt für Schritt und wenn möglich in der richtigen Reihenfolge durchgehen, wichtige Regeln und Sonderheiten erklären und falls möglich mit praktischen Beispiel das Spiel erläutern. Bei einem Rollenspiel geht man hier meist mehr oder weniger direkt zur Charaktererschaffung oder etwas Vergleichbarem über. Da viele Charaktererschaffungssysteme getrennt zum restlichen Spiel funktionieren, muss man häufig auch hier wieder die zwei vorherigen Punkte für diesen Teil neu erklären (Was tun wir? Warum tun wir es?). Ist das geklärt, kann man endlich anfangen die Spieler mit allen nötigen oder hilfreichen Informationen (z.B. die interessante und kreative Hintergrundgeschichte der Spielwelt) auszustatten, die sie brauchen um mit dem nötigen Wissen und Überblick in das Spiel einzusteigen.

Was tue ich in diesem Spiel?
Warum tue ich es?
Wie tue ich es und was muss oder kann ich beachten?

Nach diesen drei Fragen sollte jede gute Spieleinführung aufgebaut sein, denn sonst verbringt man mehr Zeit damit Mißverständnisse zu beheben, statt das Spiel zu spielen.

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